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Schäden durch falsche Fütterung vermeiden

Pferde richtig füttern!

Einige wichtige Krankheiten haben ihren Ursprung darin, dass die Fütterung nicht der pferdegemäßen Verdauung angepasst wird.

Was ist für eine pferderechte Fütterung zu beachten? 

  • Die Gesamtlänge des Verdaungskanals beträgt etwa das 12fache der Körperlänge, bei einem Großpferd sind das etwa 30 m mit etwa 200 Litern Inhalt.
  • Das Pferd hat einen relativ kleinen Magen.
  • Der Dickdarm besteht aus mehreren durch Verengungen getrennte große Gärkammern, in denen Darmbakterien schwerer verdauliche Nahrungsbestandteile (wie Zellulose) zu Fettsäuren abbauen. Besonders dieser Darmabschnitt ist optimal an die Nahrung eines Steppentieres angepasst. Er kann aber nur dann störungsfrei arbeiten, wenn die Ration ausreichend rohfaserreiche Futtermittel, wie Heu, Stroh oder älteres Gras, enthält. Das wird allerdings bei Hochleistungspferden oft nicht beachtet.

Mit einer bedarfsgerechten Zusammenstellung der Futterration beginnt es. Pferde benötigen Futterrationen mit einem Trockenmassegehalt, der 2,0-2,5% der Körpermasse entspricht (bei hohen Leistungsanforderungen bis 3%), die den Bedarf an Energie, Eiweiß, Mineralstoffen (einschließlich Spurenelementen) und Vitaminen decken müssen. Leider sieht man immer wieder Pferde, die nicht ausreichend Futter erhalten. Daneben tritt aber als zunehmendes Problem die Überversorgung . Wir müssen uns darüber im klaren sein, dass nur die Aufnahme bedarfsdeckender Rationen (das Pferd ist "normal versorgt") die Gesundheit der Tiere absichern kann. Bei unterversorgten und überversorgten Pferden sind Störungen und Erkrankungen vorprogrammiert.

Hier einige Probleme, die häufig bei der Zusammensetzung der Ration auftreten:
Ein Eiweißüberschuss ist bei Weidegang (frisches Grünfutter) oder hoher Kraftfutteraufnahme oft nicht zu vermeiden. Er belastet Leber und Nieren, erhöht die Wasseraufnahme und die Schweißabgabe und kann zu Durchfall, Anschwellung der Gliedmaßen und Hufrehe führen . Bei wachsenden Pferden werden Knochenbildung und damit Knochengesundheit beeinträchtigt, was sich oft erst später nach sportlicher Belastung der Tiere negativ auswirkt. Man muss beachten, dass auch bei hoher Leistungsanforderung an Pferde der Eiweißbedarf nur relativ gering ansteigt, während sich der Energiebedarf stark erhöht.

Die Struktur des Futters ist zu gering und berücksichtigt damit nicht die Besonderheiten der Pferdeverdauung. Das kann besonders bei Rationen mit hohem Konzentratanteil eintreten, die an Hochleistungspferde (Rennpferde) gefüttert werden, um deren enormen Energiebedarf zu decken . Deshalb muss die Ration mindestens 15% Rohfaser (Zellulose, Lignin...) enthalten, die zur Hälfte eine Mindestteilchengröße von 4 cm haben sollte. Wird das nicht beachtet, ist die Darmpassage beschleunigt; die Nährstoffe können nur ungenügend freigesetzt und aufgenommen werden. Die Darmbewegung ist gehemmt, einsetzende verstärkte Gärung kann zu Kolik führen. Da die Pferde das strukturarme Futter weniger kauen, reduziert sich der Speichelfluss (alkalisch) Der Darminhalt wird übersäuert . Eine sehr gute Rohfaserwirkung besitzen Heu (mindestens 1kg /100 kg Körpermasse (KM) und Tag) sowie Stroh. Aber Achtung: Durch Mahlen und anschließendes Pelletieren geht die Strukturwirkung weitgehend verloren.

Keinesfalls sollte vergessen werden, dass das Fressen eine wichtige Beschäftigung ist, die zur Zufriedenheit des Pferdes beiträgt. Rohfaser- bzw. strukturarme Rationen werden zu schnell aufgenommen. Es verbleibt dann zu viel Zeit, in der sich die Tiere langweilen und sogar Untugenden wie Weben und Koppen ausbilden können.

Mineralstoffe und Spurenelemente

Probleme bei der Mineralstoffversorgung bereitet oft ein Phosphorüberschuss in der Ration bei knapper Kalziumaufnahme . Das Calcium:Phosphor-Verhältnis (Ca:P-Verhältnis), das zwischen 1:1 bis 3:1 (optimal 1,2 bis 1,5:1) liegen sollte, ist zur Seite des Phosphors verschoben. Ursache ist der hohe Phospor-Gehalt in Hafer, Gerste und Mais; hier liegt das Ca:P-Verhältnis bei etwa 0,2 bis 0,3:1). Phosphor-Überschuss kann also durch Rationen mit hohem Konzentratanteil ausgelöst werden.

Deshalb ist es wichtig, zusätzlich Mineralstoffmischungen einzusetzen, die neben der Absicherung des Calcium- und Phosphorbedarfs auch das richtige Verhältnis der beiden Elemente zueinander herstellen. Sie müssen daneben auch Spurenelemente enthalten, von denen Eisen (Bildung des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin und des Muskelfarbstoffs), Kupfer (Hämoglobinbildung sowie Knorpel- und Knochenentwicklung), Zink (günstiger Einfluss auf Hauterkrankungen und Hufhornqualität sowie Reifung von Knorpel und Knochen), Mangan (Knochenstoffwechsel, Fruchtbarkeit), Iod (Schilddrüsenfunktion) und Selen (Muskelstoffwechsel) besonders genannt werden sollen.

Dem erhöhten Natriumbedarf (Na + ) bei starker Schweißbildung ist unbedingt Rechnung zu tragen durch Zufütterung von Kochsalz oder eines geeigneten Elektrolytpräparates wie ISOHYDRAL Paste (Albrecht).

Zusätzlich ist über Mineralstoffmischungen eine ergänzende Versorgung mit den Vitaminen A, D und E erforderlich. Warnung: Überversorgung mit den Vitaminen A und D ist schädlich!

Fütterungshygiene ist von großer Bedeutung.

Man kann mit sehr guten und hochwertigen Futtermitteln Schäden verursachen, wenn sie in nicht pferdegerechten Rationen verabreicht werden. Umgekehrt sind Störungen auch bei ausgewogenen Rationen möglich, wenn einzelne Futtermittel nicht den hygienischen Anforderungen entsprechen (durch versandete, angefaulte oder gefrorene Möhren, Einsatz verpilzter Futtermittel).

Am guten Tränkewasser liegt sehr viel!

Pferde reagieren sehr empfindlich auf Geruchs- oder Geschmacksabweichungen und nehmen dann weniger oder kein Wasser mehr auf. Als Folge ist dann meist die Futteraufnahme eingeschränkt.

Deshalb: auf die Qualität des Wassers besonders achten. Auch Leitungswasser kann seine Qualität verlieren, wenn es in verunreinigten Tränkebecken angeboten wird.

Vorsicht bei Oberflächenwasser, hier sind Verunreinigungen durch Düngemittel oder Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmittel möglich, die sogar zu Vergiftungen führen können.

Mit einem ausreichendem Wasserangebot in guter Qualität (auch auf der Weide) beginnen die richtige Fütterung und auch der Tierschutz!

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